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Gelungener Orchesterabend

Einen tollen Abend gestalteten zwei Orchester im Bürgerhaus in Butzbach: Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Musikschule Butzbach war das Jugendsinfonieorchester (JSO) Wetterau zu Gast. Begonnen hatte das Konzert aber mit dem Butzbacher Orchester der Weidig- und Musikschule. Nach der Begrüßung durch die Musikschulleiterin Marion Adloff spielte dieses Orchester das Eingangsstück und das Finale des vor den Herbstferien am gleichen Ort aufgeführten Musicals Tom Sawyer. Auch ohne den Chor klangen die Stücke sehr gut, spielte das Orchester doch mit viel Verve und Herzblut, Genauigkeit und beeindruckender Intonation diese packende Musik.

Bürgermeister Michael Merle sprach ein kurzes Grußwort und der Leiter der Musikschule Bad Nauheim, unter dessen Federführung das JSO Wetterau organisiert ist, berichtete kurz über den Werdegang dieses Ensembles.

Im Mittelpunkt des Konzertes stand dann das Jugendsinfonieorchester Wetterau selbst. Dieses projektweise in den Herbstferien probende Orchester setzt sich zusammen aus Schülerinnen und Schüler aller fünf Wetterauer Musikschulen. Im Anschluss an die Probenphase werden drei Konzerte verteilt über die Wetterau gespielt. Und so kamen gut 50 eifrige Teilnehmer auf die erweiterte Bühne im Butzbacher Bürgerhaus. Dirigent Markus Neumeyer führte mit einer sehr ansprechenden, lockeren und lustigen Moderation durch das Programm, welches er selbst als eine Sammlung tragischer Momente und Figuren beschrieb. Mit der Egmont-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven ging es los, gefolgt von drei originalen Filmmusikstücken aus „Spiel mir das Lied vom Tod“. Der Komponist Ennio Morricone schrieb – einmalig in der Filmmusikgeschichte – die Musik zuerst und danach richteten sich dann der Regisseur Sergio Leone und die Schauspieler. Gleich bei den ersten Mundharmonika-Klängen bekam man Lust darauf, diesen Film wieder einmal anzuschauen. Dies setzte sich bei den „Reiterklängen“ durch die Percussionisten fort und endete bei der zu den Orchesterklängen von der E-Gitarre überzeugend gespielten Melodie.

Bei Antonin Dvoraks „Die Mittagshexe“ wurde in sieben kurzen Abschnitten die dahintersteckende Geschichte und ihre Vertonung vorgestellt, bevor dann das Werk als Ganzes erklang. Dies so anschaulich, dass man von einer äußerst gelungenen Musikvermittlung sprechen muss. Hier sowie auch in den weiteren Stücken wie „Das große Tor von Kiew“ aus „Bilder einer Ausstellung“ in der Orchesterversion von Maurice Ravel zeigt das JSO Wetterau sein großes Können. Erstaunlich, wie gut sich das Orchester zusammengefunden hatte in nur einer Probenwoche, wie schön es die unterschiedlichen Klangfarben austarierte und mit welcher Begeisterung und Ernsthaftigkeit alle diese jungen Menschen dabei waren. Voraussetzung dafür ist auch, wie Markus Neumeyer betonte, die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Lehrkräfte. Ein beeindruckendes Konzert, dies fanden auch die vielen Zuhörer, welche mit stehenden Ovationen berechtigt eine Zugabe forderten und auch bekamen.