News - Details

Champions League der klassischen Musik

„Sonaten-Highlights“ am 1. Dezember in der Wendelinskapelle

Ausschließlich Werke aus der „Champions League“ der Sonaten für Violine und Klavier präsentiert das Duo mit dem Freiburger Geiger Johannes Blumenröther und dem Butzbacher Pianisten Joachim Wagenhäuser am Sonntag, den 1. Dezember um 18.00 Uhr in Butzbachs Wendelinskapelle am Bahnhof.

Zu hören sind die berühmte „Kreutzer-Sonate“ von Ludwig van Beethoven, die Brahmssche d-moll-Sonate op. 108 und Claude Debussys einzige Sonate für diese Besetzung.

Eben „Sonaten Highlights“, wie auch das Plakat verheißt.

Die beiden Musiker kennen sich aus ihrer gemeinsamen Studienzeit in Frankfurt am Main, wo sie auch bereits als Duo zusammen Musik machten, zuletzt vor mehr als 25 Jahren.

Während es Blumenröther zunächst nach Baden-Baden und später nach Freiburg zog, wo er eine steile Karriere in diversen Kammermusik-Formationen und als Mitglied im Rundfunkorchester des SWR Freiburg hinlegte, landete Wagenhäuser bereits nach seinem pädagogischen Examen in Butzbach. Nachdem sein Studium mit den weiteren Abschlüssen für Solo-Diplom und schließlich Konzertexamen beendet war, erhielt Wagenhäuser an der hiesigen Musikschule eine Festanstellung als Fachbereichsleiter für die Tasteninstrumente. Der Spaß am Unterrichten und die besondere Atmosphäre im Musikschulkollegium hielten den Pianisten schließlich langfristig in der Perle der Wetterau. Immer wieder spielt der gebürtige Frankfurter mit herausragenden Musikern zusammen und tritt mit diesen auch in seiner Wahlheimat auf. In 2019 fanden die beiden Konzertsolisten wieder musikalisch zueinander, als Blumenröther aus dem Orchester ausschied, um sich mehr der Kammermusik und der Jazzmusik zu widmen.

Nach so langer Zeit wollte man dann auch gleich aus dem Vollen schöpfen und suchte ein Programm aus, bei dem alle Werke zur Crème de la Crème der Duoliteratur gehören.

Der Romantiker Johannes Brahms schrieb insgesamt 3 Sonaten für Klavier und Violine, wobei die Sonate d-moll op. 108 die beliebteste und eindrucksvollste ist.

Geheimnisvoll bis aufbrausend gibt sich der erste Satz des Werkes, leise pochend sorgt ein langer Orgelpunkt im Klavierbass über lange Strecken selbst im pianissimo für Höchstspannung. Der zweite Satz ist der berückend schöne Ruhepunkt der Sonate, während das nachfolgende Scherzo eine gewisse innere Unruhe signalisiert durch die Entfernung von der Haupttonart nach fis-moll und immer wieder kleine blitzartige Läufe. Triumphal dann der letzte Satz, bei dem Brahms ungarisch-folkloristische Elemente nutzt und das große Werk zu einem fulminanten Abschluss bringt.

Claude Debussys „Sonate pour Violon et Piano“ ist ein äußerst stimmungsvolles Werk mit zum Teil exotischem Einschlag. So könnte man sich bei so mancher geheimnisvollen Passage in einer chinesischen Opiumhöhle im 19. Jahrhundert wähnen, wo einem der Rauch die Sinne vernebelt. Das Scherzo ist skurril-verschroben bis zerrissen und könnte gut zu einem entsprechenden Stummfilm als Untermalung passen. Im letzten Satz schließlich wirbelt das Thema quasi um sich selbst und bildet ein triumphales Ende der Sonate.  

Quasi als Vorbote zum „Beethoven-Jahr“ 2020 – die Musikwelt feiert des Komponisten 250ten Geburtstag – erklingt die mächtige und effektvolle 9. Violinsonate des Meisters.

Sie ist dem französischen Geiger Rodolphe Kreutzer gewidmet, der sie ironischer Weise nie aufführte und außerdem als „unspielbar“ deklarierte.

Trotz seiner Länge ist das Werk fürs Publikum äußerst kurzweilig durch die höchst virtuosen Ecksätze und den abwechslungsreichen und charmanten Mittelsatz, der ein ruhiges Thema facettenreich variiert.

Die Musikschule öffnet die Pforten der Kapelle um 17.30 Uhr, das Konzert beginnt um 18.00 Uhr. Eintrittspreis an der Abendkasse: 14,- Euro, Schüler und Studenten erhalten ermäßigten Eintritt zu je 10,- Euro. Schüler der Musikschule Butzbach erhalten bis zum Alter von 18 Jahren freien Eintritt.